Im Norden der Hafen, im Westen der Rhein, im Osten die Kinzig - will sich die Kehler Kernstadt in der Fläche weiterentwickeln, kann sie dies nur im Süden. Das betrifft nicht nur die Menschen am Kronenhof, im Weinbrennere, in der Wolfsgrube und am Niedereich. Bis 2020 ist dort mit einem Zuwachs von über 1.600 Einwohnern zu rechnen - das betrifft eben auch den Verkehr in den nördlichen Kernstadt, insbesondere in der Bierkellerstraße.
Die Lebensqualität mancher Gebiete ist heute schon durch steigenden Autoverkehr beeinträchtigt. Darüber wissen etwa Günther Kirchhofer und seine Familie, Anwohner der Iringheimer Straße, zu berichten. Weil von zahlreichen anderen Familien die gleichen Sorgen zu hören war, entschloss sich Kirhchofer, die Belastung für den Kronenhof im Vorstands des SPD-Ortsvereins zu thematisieren. Dort stieß er auf offene Ohren, so dass die Kehler Sozialdemokraten mit den betroffenen Menschen im Kronenhof den direkten Dialog suchten.

An die 20 Anwohner berichteten dem Vorsitzenden der Kehler SPD, Fabien Vesper, und den anwesenden Mitgliedern des Gemeinderats, Werner Müll, Carmen Ihm, Heinz Faulhaber und Erwin Domhan von ihren Erfahrungen. "Die Rennstrecke aus Richtung Sundheim ist an den meisten Tagen schier nicht mehr tragbar, Geschwindigkeitsbegrenzung und Vorfahrtsregelung ist für die meisten ein Fremdwort" erklärte denn auch eine Bürgerin aus dem Weinbrennere.
Anhand von Satellitenbildern schilderte Werner Müll, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat, die Vorschläge der Verkehrsplanung im Kehler Süden. Da bei einer neuen Süd-Verbindung zum Einkaufszentrum in Sundheim mit einem stark erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen wäre, stieß diese Variante auf wenig Gegenliebe. Vorgezogen wurde von den Anwesenden der Vorschlag einer neuen Erschließungsstraße im Süden, die dann zur Rustfeldstraße für Autos unterbrochen wäre. Zustimmung erhielt auch der Vorschlag, das Gebiet "Schneeflären/Klein Allmend" nicht über die Iringheimer Straße, sondern nur zur Vogesenallee hin für den Autoverkehr zu öffnen.
Angesichts des demografischen Wandels wurde zum Teil mit Befremden auf die Pläne reagiert, in den neuen Gebieten auch eine Bebauung von Einzelhäusern und Reihenhäusern vorzunehmen. Obgleich Kehl von dem Wandel nicht allzu stark betroffen sei, stimmte Fabien Vesper darüber ein, dass für eine nachhaltige Stadtentwicklung die Nachfrage nach Wohnformen auch weit über 2020 hinaus zu berücksichtigen sei. Ein verdichteter Wohnbau mit einer attraktiven Infrastruktur senke schließlich den Flächenverbrauch, den Energieverauch und verringere den sogenannten "Ziel- und Quellverkehr", dem der größte Teil der zunehmenden Verkehrsbelastung zugerechnet werde.